"Die Verehrung des Hl. Leonhard"
Bis zum Ende des Mittelalters war der Hl. Leonhard als der "Kettenlöser" fast ausschließlich Patron der Gefangenen, Geisteskranken und Gebärenden. Erst im 16. Jh. begann die volkstümliche Umdeutung der Gefangenenkette zur Viehkette. Mit der Dauerausstellung möchte man die Vielfalt der Leonhardiverehrung, die im 11. Jh. von Frankreich ausging und in ganz Europa zu finden ist, dem Besucher näherbringen. Im 12. Jh. wurden in Bayern die ersten Leonhardikirchen gebaut. In Niederbayern scheint der Kult von Aigen seinen Ausgang genommen zu haben.

Der Mensch
Figürliche Darstellungen von Menschen gehören zu den ältesten bekannten Eisenvotiven in Bayern.
Sie wurden von wenigen cm bis zu 50 cm Größe geschmiedet.
Es galt der Grundsatz, je größer und schwerer ein Votiv, desto wirksamer war es.

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Das Tier
In der Landwirtschaft früherer Zeit war das Tier nicht nur Nahrungsquelle, sondern auch als Arbeitskraft existenziell notwendig. Fast alle Arten von bäuerlichen Haustieren, von den Gänsen über Schweine bis hin zum Rind und Pferd wurden als Votivtiere nachgebildet.
Die nur grob ausgeschmiedeten ältesten Votive aus dem 15. und 16. Jh. lassen Tiergattungen oft noch nicht genau erkennen.

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Hebe-Ritus
In manchen bayerischen Leonhardskirchen gab es früher schwere kultische Eisenfiguren - sog. Leonhardsklötze oder "Würdinger", die von Burschen am Festtag des Heiligen "geschutzt" (gehoben) wurden. Die bekanntesten sind die von Aigen am Inn.
Ursprünglich handelt es sich bei diesen Figuren um Votivgaben.
Der Name "Würdinger" geht auf ein seit 820 bestehendes gleichnamiges Geschlecht zurück, das angeblich im 16. Jh. die Figuren nach Aigen geopfert hat. Die größte, der "Würdinger", wiegt fast drei Zentner und soll einen geharnischten Ritter verkörpern. Die Größe und Schwere der Votive regte kultische Handlungen und abergläubische Vorstellungen an.
Der Hebe-Ritus - eine Art Bußübung - vermischt abergläubische Elemente mit denen von Kraft- und Gewissensproben.
Votivtafeln
Die Anliegen an den Hl. Leonhard fanden im Eisenopferkult ihren speziellen Ausdruck, genauso aber in der Darbringung von Votivtafeln, wie sie in allen Wallfahrtsstätten zu finden sind. Es handelt sich bei diesen um Danktafeln für Errettung aus Krankheit und Bedrängnis, um Verlöbnistafeln als Erlösung eines Gelübdes oder um Bitt-Tafeln.
Historische Karten
Im Vorraum werden Reproduktionen historischer Karten ausgestellt. Einige dieser Karten zeigen den historischen, noch nicht verbauten und angestauten Inn.
Eine Karte v. 1690 veranschaulicht den Grenzverlauf im Bereich des Inn zwischen dem Kurfürstentum Bayern und dem Territorium d. Hochstiftisch-Passauischen Herrschaft Riedenburg.
Funde der näheren Heimat
z.B. ein Armreif aus Bronze aus der Hallstattzeit - ca. 700 v. Chr.
Fundort: Aigen a. Inn

Konzept: Kreisarchäologie Passau

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